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Tianki Lake

Tianchi Lake (Heavenly Lake): Situated 110 km. from Urumchi, this beautiful lake is one of the famous scenic spots in Xinjiang. At an elevation of 1,980 m., it is about halfway up the ice-clad Bogda Mountain. Nanshan (Southern Mountain) Pasture: Located over 75 km. from Urumchi, it is among the lofty peaks of the Tianshan Range. Here one can see green spruces, crystal-clear springs and exotic plants.

(Von der Webseite über Urumqi)

 


Welcome to China


 
   

Urumqi, 26. Oktober 2000

Wer hätte gedacht, dass ich mal nach China komme? Ich jedenfalls nicht. Aber so ist das eben, wenn man keinen Plan hat.

Ja, und nun stehe ich kurz vor der guten alten Volksrepublik, vorbelastet mit allerlei Horrorgeschichten von anderen Reisenden über das Land der unendlichen Touristenleiden. Die Chinesen sollen ja Schweine par excellance sein und alles was weisse Haut und Haare im Gesicht hat abgrundtief hassen. Dazu sei das Essen kaum geniessbar, die Preise überhöht und öffentliche Transportmittel für den Touristen nicht benutzbar. Obwohl ich mittlerweile eigentlich wissen sollte, dass ich nicht auf das dumme Geschwätz zivilisationsgeschädigter Backpacker hören sollte, gehe ich mit meinem vermeintlich chronischen Magenleiden, ein Souvenir aus Pakistan, mit gemischten Gefühlen Richtung Grenze.

Die Gedärme vollgepumt mit weslicher Chemie, auf der Packung stand nur ein lateinischer Name, Chemo Therapie? und dass man den Rest besser dem Arzt überlassen soll, stehe ich in Sost, dem pakistanischen Grenzort am Karakorum-Highway und warte auf den Bus, der mich über den legendären Kunjerab-Pass nach China bringen soll. Kunjerab bedeutet soviel wie Tal des Blutes, dieser romantische Name erhielt diese wichtige Passage der Seidenstrasse, da der König von Hunza die Karavanen, die dieses rund 5000 Meter hohe Nadelöhr auf dem Weg nach China passieren mussten, mit vorliebe regelmässig ausrauben und ermorden liess.

Heutzutage sind die Leute aus Hunza ausgesprochen freundlich und nehmenb nur noch Pauschaltouristen in Handycraft Shops auf legale Weise aus. Wer in den alten Tagen die Räuber überlebte, litt dann bei steigender Höhe unter Höhenkrankheit und Nasenbluten. Den Packtieren wurden sogar mit Nadeln in die Muskeln gestochen, um durch den Blutverlust das Leiden der Tiere zu erleichtern. Noch 1940 sollen die Felsen am Wegrand noch deutlich die dunkelbraunen Felcken sichtbar gewesen sein, die von den Schmerzen und Strapazen der frühen Reisenden zeugten.

Heute geht alles bequem und erholsam per Bus. Dachte ich jedenfalls. Da sich noch ein paar andere Westler an der Grenze tummeln, organisieren die Pakistanis flugs einen Jeep, um die Herde schön beieinabder zu halten. Ich protestieren und verlange gleichberechtigung. Keine Chance. Mit meinem Exit-Stempel im pass werde ich mit neun Abenteürr-Urlaubern in einen LandCruiser verfrachtet und Richtung Niemandsland transportiert. Ausser dem Dachhimmel sehe ich herzlich wenig, tröste mich aber mit dem Gedanken, dass es bestimmt viele Fotostops fürs Familienalbum und Pinkelpausen für die Damen gibt.

Schon beim ersten Kamel, dem wir begegnen, wollen die Urlauber fast aus dem Fenster hechten, der Fahrer behauptet aber, dass es verboten sei, weder anzuhalten noch auszusteigen. So fahren wir stur sechs Stunden durch. Zwischen den Köpfen der Mitreisenden sehe ich ab und zu eine Herde zweihöckriger Kamele, zottige Yaks und fette, orange Murmeltiere. Auf dem Kunjerabpass stoppen wir kurz bei der chinesischen Grenzstation. Auf der Spitze des Passes wird Pakistan zu China und das Atmen nicht gerade einfacher.

Zum ersten mal sehe ich die umliegenden Berge und Gletscher, einfach umwerfend. Nach knapp 10 Minuten drängt der Fahrer bereits zum Weiterfahren, das nennt sich dann Faszination Kunjerab-Pass im 21. Jahrhundert. Wir erreichen den zweiten chinesischen Checkposten in Pirali. Alles aussteigen und mit sämtlichem Gepäck in eine Reihe stehen. Eine Gruppe von Han-Chinesen mit Mondgesichtern, Sonnenbrille und gestärkter grüner Theateruniform filzen uns und schauen dabei so grimmig drein, dass ich laut lachen muss.

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      "Toms Reisen" © by Tom Schaich