Goa, 17. Januar 2000

Die Party

Hallo Leute

Auch im neuen Jahrtausend werdet ihr von meinen Berichten aus der Welt des Reisens nicht verschont. Damit ihr wieder mal wisst, was ausserhalb des regulären Lebens so abgeht und mitbekommt, dass ich zwischendurch auch noch was tue.

Die Monate vergehen mittlerweile wie im Fluge, mein Gefühl für Zeit richtet sich nur noch nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang, ich merke, dass ich von Monat zu Monat ruhiger werde, alles viel gelassener nehme. Dies hilft mir auch klarer zu erkennen, was ich auf meiner Reise noch alles erleben möchte. Vorallem der letzte Monat hat mir gezeigt, worauf ich definitiv keinen Bock mehr habe.

Immerhin hat meine Reise Richtung Norden endlich begonnen. Nach dem ungeplant langen Aufenthalt im Süden, wo die Menschen freundlich, friedlich, gebildet, sauber und ehrlich sein sollen, möchte ich nun endlich die Autenzität des harten, unfreundlichen und mühsam zu bereisenden Norden kennenlernen. Es ist die Herausforderung, die mich reizt herauszufinden, was schlussendlich für mich ekelerregend und nervenaufreibend bedeutet, denn ich gebe mittlerweile auf subjektive Erzählungen stressgeplagter mitteleuropäischer Kurzurlauber nicht mehr viel.

Als unverbesserlicher Optimist bin ich also überzeugt, dass ich auch nach meiner Weiterreise nach Nepal, Indien als das interessanteste und schönste Land weiterempfehlen kann, das ich je bereist habe. Also, nun aber endlich die Beschreibung des ersten Abschnitts meiner Reise gen Norden: Endlich sitze ich im Bus nach Kollam. Nach einer Woche Beach in Kovalam habe ich von dieser Szene die Schnauze endgültig voll.

Nur noch durgeknallte englische Girlies mit knallengen Technosaris und viel Blech im Gesicht, die mit ihren bleichen, langhaarigen Boyfriends Pancake mampfend den ganzen Tag stoned in den Kneipen rum hängen. Im Bus sitz frühmorgens eine Gruppe ebensolcher Leute und wacht langsam aus ihrem letzten Rausch auf. In Kollam besteigt dann der ganze Haufen dasselbe zweistöckige Touristenboot und macht sich auf den hässlichen Plastikstühlen breit. Werde ich denn diese Kids nie los?

Kurz nach der Abfahrt habe ich das Umfeld auf dem Boot vergessen und konzentriere mich nur noch auf die Landschaft. Den ganzen Tag tuckern wir die paradiesisch schönen Backwaters bis Allepey hoch. Die Wasserstrassen sind teilweise nur wenige Meter breit, bald wieder mächtig wie ein See, das Land zugewachsen mit hohen Kokospalmen, dazwischen kleine Siedlungen, einsame Baürnhütten und Plantagen. Ich fühle mich wie in einem anderen Jahrhundert.

Fischer in kleinen, hüftbreiten Holzbooten kommen uns entgegen, Frauen in farbigen Saris waschen Wäsche am Ufer, Kinder plantschen im Wasser, rufen uns begeistert zu oder rennen in der Hoffnung auf einen Scoolpen dem Boot nach. Mit Sicherheit eine der schönsten Wasserstrassen Indiens. Was ich dann aber in Allepey soll, als wir dort abends eintreffen, weiss ich nicht so genau, mein Plan hört dort irgendwie auf. Neben der Bootsanlegestelle ist der Busbahnhof und dort steht gerade ein Bus nach Ernakulam abfahrtbereit. Mit etwas Glück habe ich so die Möglchkeit, Fort Cochin noch am selben Tag zu erreichen.

Tatsächlich erwische ich auch noch die letzte Fähre nach einer halsbrecherischen Rickschafahrt und erreiche nachts die Halbinsel. Kovalam - Fort Kochin in einem Tag, nicht schlecht. Es ist doch beruhigend festzustellen, dass ich immer noch schnell sein kann. Natürlich nur, wenn ich will. Von der Stadt ist nachts mit der spärlichen Strassenbeleuchtung nichts zu erkennen. Fort Cochin, einer der grössten Häfen Indiens, wo schon die Portugiese Handel trieben, Vasco da Gama nicht nur seinen Fuss erstmals auf indische Erde setzte, sondern auch dort begraben wurde, blieb mir noch verborgen.

Am nächsten Morgen auf den Strassen verschlägt es mir dann fast die Sprache. Breite Strassen, kaum ein Fahrzeug, Alleen mit mächtigen, schattenspendenden Bäumen, alte Fraun in farbigen Saris, die das Laub der Bäume zusammenkehren und verbrennen, während die Strahlen der Morgensonne im Rauch des Feürs golden glitzern. Fassaden von Gebäuden aus dem 16. Jh., der Zeit der Portugiesen, dazu üppige tropische Vegetation in den natürlichen Gärten und immer eine würzige Briese vom Meer. Eine wahrlich faszinierende Stadt.

Dem Ufer entlang stehen mächtige kranähnliche Holzgestelle mit Fischernetzen,mindestens drei Stockwerke hoch, die ständig ins Wasser gesenkt und wieder heraushoben werden. Der Fisch wird direkt auf einem kleinen Auktionsplatz dem meistbietenden verkauft. Ich setzt mich auf die Holzplanken eines Fischernetzes, beobachte die Szene und diskutiere mit den Fischern Tee trinkend und Bidi rauchend über die Sorgen des Fischerlebens.

Enge Gassen mit Kunstgalerien (ja, sowas gibts in Indien) und Strassencafes machen einen Spaziergang in Cochin ebenso unumgänglich wie das geschäftige Judenviertel, wo die Händler auf den Säcken ihrer Gewürze und Getreide sitzen. Neben einem Maharaja-Palast mit filigran gemalten Szenen aus dem Ramayana, einer uralten Synagoge und ein paar Kirchen kann man auch einen der zahlreichen Antiquitätenhändler besuchen.

Das Angebot ist umwerfend! Antike und halbantike Möbel im kolonialstil, prachtvoll geschnitzte Tempeltore mit hinduistischen Motiven, massive Säulen mit filigranen Ornamenten und jede Menge Edelsteine. Ich liebe diesen Stil. Insgeheim rechne ich mir schon aus, wieviel ich mit der Fracht für eine besonders schöne Türe bezahlen müsste. Endlich funktioniert auch mal das indische Postsystem. Erstmals erhalte ich richtige Briefe aus der Heimat.

Welch eine Freude, endlich mal einen Beweis in der Hand zu halten, dass es meine alte Welt wirklich noch gibt. Bisher konnte ich diesen Konkakt nur via bis zur unpersönlichkeit digitalisierten E-Mails aufrecht erhalten. Der Unterschied ist doch frappant und ich muss sagen, dass ich gerne über einen Monat auf eine solche Nachricht warte. Eine weitere positive Beeinflussung meines Gemütszustandes ist mein Zimmer in der Villa mit dem Garten am Meer. Es ist zwar alt und verlebt, strahlt duch seine gewaltigen Dimensionen und den wenigen, schlichten, aber massiven Möbeln einen ungehäuren Charme und eine magische Ruhe aus.

In der Mitte des etwa sieben auf sieben Meter grossen Steinbodens steht ein Doppelbett mit Moskitonetz, darüber erhebt sich das Dachgebälk bis auf eine Höhe von etwa sechs Metern. Bad und Vorraum sind duch grosse Flügeltüren miteinander verbunden und nehmen ungefähr dieselbe Fläche wie der Hauptraum in Anspruch. Die vielen Fenster sind mit einem ausladenden Vordach vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, so wird es zwar nie richtig hell, dafür bleibt es immer schön Kühl im Raum.

Nachts ist zu den süssen Klängen von Miles Davis 'Flamingo Sketches' aus meinen Walkman Boxen nur das Rauschen des Meeres zu hören und die Briese des Meeres vermischt sich mit dem würzigen Duft der Räucherstäbchen. Eine Inspiration zum Schreiben oder einfach nur um dort zu sein. Mein Freund Manfred hat mir mittlerweile per E-Mail (manchmal ist es eben doch noch praktisch) durchgegeben, dass er sich in Arambol, Goa, niederlassen wird. Ich buche ein Ticket für den Bus nach Mangalore und verbringe eine mehr oder weniger stressfreie Nacht mit Dormicum im sogenannten 'VIP-Bus' auf der Landstrasse.

Mangalore gefällt mir am nächsten Morgen auf anhieb nicht. Ich lasse mich von den Rickschafahrern überreden, zum Bahnhof zu gehen, überlege dann kurz und kaufe noch völlig übernächtigt eine Karte nach Margao. Weitere sieben Stunden Fahrt stehen mir bevor. Meine Entscheidung wird von einer wunderschönen Landschaft mit üppigen Reisfeldern, kargen Felsen, Flüssen und Seen belohnt.

In Margao sitze ich, mittlerweile ziemlich auf den Felden, auf einem Motarrad die holperige Strecke zur Busstation, qütsche mich dann mit dem 70 Liter Rucksack auf dem Schoss in einen Minibus nach Panaji. Kurz vor dem Umfallen wird mir eine dreistündige Busfahrt nach Arambol angeboten.

Mittlerweile habe ich aber die ewige Umsteigerei und auch die touristisch abgebrühte Goaner ziemlich satt. Also schwinge ich mich in eine Rickscha und lasse mich in zwei Stunden zum zehnmal höheren Preis direkt nach Arambol chauffieren. Die Fahrt führt an vielen prachtvollen Villen und weissgetünchten Kirchen vorbei, auch dies Relikte der Portugiesen, die 1961 von den Indern in einer unblutigen Aktion vertrieben wurden.

Die Kombination mit der roten Erde, den Palmenhainen, den vielen Bäumen und Strassenrestaurants hätte mich eigentlich begeistern müssen. Ich bin aber kurz vor dem Kollaps und alle nerven mich. Am zunehmenden Aufkommen westlicher Reisender bemerke ich mit steigendem Unbehagen, dass wir bald in Arambol sein werden. Wie erwartet, ist in ganz Arambol kein Zimmer frei. Ich beginne zu kochen. Was für eine Scheissidee, über Weihnachten nach Goa zu reisen!

Meine Laune bessert sich etwas, als ich von einer netten Familie für eine Nacht aufgenommen werde, um dann am nächsten Tag ein freies Luxuszimmer mit Bad, Dusche und toller Matraze zu beziehen. Zu diesem Zweck werde ich in ein Doppelbett verfrachtet, während Daddy aus der Küche schnarcht und Sohnemann extra zu Nachbarn ziehen muss. Gastfreundlich sind sie, diese Goaner. Die Nächte in Arambol sind angenehm kühl.

Am nächsten Morgen fühle ich mich wieder einigermassen erholt, habe freude an der in einen Palmenwald zurückversetzten Siedlung. Ich gehe Richtung Strand durchs Dorf. Die Zimmer für Reisende sind hauptsächlich in Privathäusern untergebracht, so ist der Tuorismus nur an den herumspazierenden Westlern erkennbar. Das Publikum ist ziemlich gemischt. Von übermässig tätowierten und verfilzten Altfreaks über hypen Tel-Aviv-Girlies, bekifften und betrunkenen Skandinavier, sonnenhungrigen Mitteleuropäern sind jede Menge Künstler, Artisten, Aussteiger und sonstige Gestalten auszumachen. Friedlich Szene, keine Menschenansammlungen.

Der breite und lange Strand lässt die geringe Anzahl Badegäste fast verschwinden. Zwar stören die Bambushütten der Restaurants etwas, nach ein paar Minuten zu Fuss ist man aber schon umgeben von einem unendlich breiten Strand, der flach ins ruhige Meer abfällt. Ich beginne, Arambol zu mögen, vorallem nach einem Spaziergang bei Sonnenuntergang zum benachbarten Süsswassersee mit prähistorisch anmutender Vegetation, als ich Manfred zufällig in einem Restaurant sitzen sehe.

Wir sind glücklich, uns wiederzusehen und haben natürlich unendlich viel zu erzählen. Genug für die nächsten paar Wochen sicher. Mit dabei ist nun auch Manfreds Geschäfts- und Reisepartner, ein stämmiger Bayer namens Ronnie. Nach ein paar Tagen nimmt Manfred, in seinem hohen Alter von zuvielen Nächten in der Hängematte stark gebeutelt, das Luxuszimmer neben meinem. Auf der Veranda sitzen wir nun wieder nächetelang philosophierend bei einem Whisky zusammen. Wenn ich nicht wüsste, dass ich erst seit ein paar Monaten unterwegs bin, würde ich sagen, wie in in alten Zeiten.

Die Tage vergehen sehr ruhig. Keine Parties in Arambol, kein Internet-CafĂ©, mühsame Busverbindungen, die ein unnötiges Herumreisen schon von vorne herein ausschliessen. Viele Langzeittraveller, an deren Gesichter man sich schnell gewöhnt. Mit der Ruhe ist es aber kurzfristig vorbei, als wir beschliessen, die Party-Szene von Goa heimzusuchen. So macht sich also ein erholungssuchender Systemflüchtling, ein philosophischer Altfreak und ein Bayer auf die Suche nach DER Party.

Zuerst mal reich nach Baga, einer von touristischen Anlagen komplett zugebauten Siedlung an der Südspitze von Calangute. Auf der Strasse wird man von den ständig hupenden Motorrädern und Taxis fast überfahren, Technomusik aus jeder Ecke. Tausende von Leuten in schicker Abendgardarobe. Wo ist denn da der Spirit der Hippie-Generation, die Goa so berühmt gemacht hat? In Rimini kann man genau dasselbe finden.

Nur noch gestylte Restaurants mit uniformierten Kellnern, dröhnende Bars und besoffenen Touristen. Von wegen 'mit den Einheimischen in den Bambushütten leben' und essen, was die Fischer nach Hause bringen. Aber vielleicht finden wir ja an einer Party das, was man so über Goa erzählt. Die sollen ja der ultimative Kick in ganz Asien sein. Diese Parties werden wegen des Ansturms immer mehr gut bezahlenden Pauschaltouristen, die nicht den ganzen Tag dieses 'Bumm Bumm' hören wollen, von den Behörden massiv abgeblockt.

Das einzige was da noch hilft ist Bakschisch. Viel Bakschisch. Welche Organisatoren genügend Schmiergeld bezahlt haben, erfährt man in den verschiedenen Szene-Bars, wo man sich am Abend trifft. Danach fährt man bis zu einer Stunde mit einem überteürten Taxi durch die Pampa um an einen der Plätze zu gelangen. Nun kann es aber passieren, dass die Bullen die Meinung ändern und während des Anlasses die doppelte Menge Bakschisch als Nachzahlung verlangen. Dann werden einfach alle Tanzwütigen vertrieben und der Anlass als illegal erklärt.

Dasselbe passierte auch mit dem zehntägigen ultimativen Milleniumsparty-Camp, das zwischen Weihnachten und Neujahr Technofreaks aus aller Welt hätte vereinen sollen. Wir haben Glück, unsere Party im Bamboo Forest findet statt. Es läuft nicht viel um 1 Uhr morgens, einige Leute tanzen, magere Dekoration, hektische Musik. Im rückwärtigen Teil kann man bei Chai-Mamas gemütlich auf Strohmatten sitzen und die Szene beobachten. Wir fragen uns erst mals, ob wir wirklich an DER Party sind, fragen ein paar Leute, ob sie näheres wissen. Und dass ist dann auch das eigentliche Thema der Parties: Wo findet eigentlich DIE Party statt?

Wir scheinen am richtigen Ort zu sein, tausende von Leuten strömen langsam ein. Auf der Tanzfläche wird der Platz immer enger, Leute drängen sich durch, Inder verkaufen agressiv Wasser und Esswaren zwischen den Leuten. Sanitäre Anlagen sind nicht vorhanden. Jeder verrichtet sein Geschäft, wo es ihm gerade beliebt. Bald breitet sich auf dem Gelände ein beissender Gestank aus. Wir gewöhnen uns zwar daran, so richtig Spass macht es aber nicht.

Nach Sonnenaufgang ertragen wir noch kurz die bleichen Gesichter mit den grossen Augen der tanzenden Menge und gehen ziemlich schlapp nach Arambol zurück. Nun weiss ich definitiv, wa Goa wirklich schön ist. Wir beschliessen, künftig der bekloppten Party-Szene aus dem Weg zu gehen und das vielgerühmte Milleniumsfest in Arambol zu verbringen.

Das ganze Milleniumsgetue wird in einem Land wie Indien sowieso ziemlich relativ. Immerhin ist eine Party bei Süsswassersee angesagt. Einige Cracks aus Anjuna und Calangute, die die Szene dort auch nicht mehr sehen können, haben sich schon angekündigt. Man befürchtet schon, dass der Menschenauflauf zu gross ein könnte, als die Party am Morgen des 31.

Wegen fehlendem Bakschisch auch abgesagt wird. Die Entteuschung unter den Leuten ist gross. Sind nun die Mächtigen der Pauschaltourismus-Branche schon so einflussreich, dass ein paar Freaks das Milleniumsfest verwehrt werden kann? Massive Kritik am Handeln der Polizei wird laut. Ein paar Italiener machen schlussendlich ihren Einfluss und ihr Vermögen geltend, stellen eine Musikanlage am zuvor dekorierten Strand auf und schaffen es, mit einem grossen Feürwerk innert Minuten eine Menge von etwa 1000 Leuten an die Beach. Platz hätten zehntausende gehabt.

Die Stimmung ist ausserordentlich relaxed, freundlich, eine Horde von friedlichen Travellern aus der ganzen Welt hat sich zusammengefunden, um gemeinsam, fern der Heimat, das neü Jahrtausend in Angriff zu nehmen. Ein Thema, dessen Facetten ausdiskutiert werden müssen. Manfred und ich schnappe uns zu diesem Zweck zwei Stühle, stellen sie etwas erhöht, aber immer noch mitten im Geschehen in den Sand und diskutieren, die Leute beobachtend, angeregt während Stunden. Zehn Minuten vor und nach Mitternacht sehen wir Gruppen von Leuten, die sich wild in die Arme fallen und Lieder singen, als ob sie sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben.

In Indien kennt eben niemand die richtige Uhrzeit. Wir gehen nach meiner Swatch Beat, die serienmässig einen Countdown zum Jahr 2000 integriert hat, stossen mit einer Flasche Wasser an und wünschen uns umarmend das Beste. Aber das wünschen wir uns sowieso ständig. Also setzen wir uns und quatschen weiter. Wer hatt denn schon mal ein Gespräch geführt, das ein Jahrtausend überdauert hat?

Mehrere Leute bemerkten, dass wir wie die beiden Dattergreise in der Loge der Muppet-Show aussehen würden. So kommen wir uns auch ein bisschen vor. Um unser Image dann ein bisschen aufzupolieren, gaben wir uns dann zur frühen Stunde auch dem ekstatischen geshake hin und rocken bis nach Sonnenaufgang ab. So stellte ich mir eine gute Goa-Party vor. Müde und zufrieden torkeln wir mit der überzeugung Richtung Bett, genau am Richtigen Ort den Weg ins neü Jahrtausend begonnen zu haben.

Den Beginn erlebe ich dann während unzähligen, ausgedehnten Spaziergängen dem Meer entlang. Mit meinem geliebten und schon hundert mal gehörten Jazz-Tapes im Ohr. Ein wahrlich entspannter Start. Aber es zieht uns schon bald alle drei zurück ins richtige Indien. Goa ist nicht Indien. Und Goa ist kein Ort, den man gesehen haben muss. Wenn man aber schon mal dort ist, dann man trotzdem seinen Spass haben. Aber vergesst ein für allemal den Mythos von Goa. Den gibts nicht mehr.

Unser neues Ziel heisst Hampi. Ein Ort, bei dessen Namen schon bestandene Traveller in ehrfürchtiges Schwärmen verfallen. Jedenfalls solls dort ganz magisch züghen. Von Energien ist die Rede und alles soll sehr Shanti (friedlich) sein. Das müssen wir gesehen haben, auch wenn mittlerweile wieder jeder Goa-Traveller davon spricht, dorthin zu gehen. Aber dem Strom der Pancake-Route kann ich ja später immer noch ausweichen.

Mittlerweile bin ich bereits eine Woche in Hampi und es gefällt mir verdammt gut hier. Aber davon erzähle ich das nächste Mal. Ich will Eure shortmessage verwöhnten Augen nicht noch länger mit meinen Ausführungen mardern. Falls ihr mir schreiben wollt, wäre es wieder einmal schön, was über den Postweg zu erfahren. Die aktuelle Adresse sende ich euch gerne per E-Mail.

Gruss
Tom