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Die Jahrtausendparty (Schluss)


 
   

Die Stimmung ist ausserordentlich relaxed, freundlich, eine Horde von friedlichen Travellern aus der ganzen Welt hat sich zusammengefunden, um gemeinsam, fern der Heimat, das neü Jahrtausend in Angriff zu nehmen. Ein Thema, dessen Facetten ausdiskutiert werden müssen. Manfred und ich schnappe uns zu diesem Zweck zwei Stühle, stellen sie etwas erhöht, aber immer noch mitten im Geschehen in den Sand und diskutieren, die Leute beobachtend, angeregt während Stunden. Zehn Minuten vor und nach Mitternacht sehen wir Gruppen von Leuten, die sich wild in die Arme fallen und Lieder singen, als ob sie sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben.

In Indien kennt eben niemand die richtige Uhrzeit. Wir gehen nach meiner Swatch Beat, die serienmässig einen Countdown zum Jahr 2000 integriert hat, stossen mit einer Flasche Wasser an und wünschen uns umarmend das Beste. Aber das wünschen wir uns sowieso ständig. Also setzen wir uns und quatschen weiter. Wer hatt denn schon mal ein Gespräch geführt, das ein Jahrtausend überdauert hat?

Mehrere Leute bemerkten, dass wir wie die beiden Dattergreise in der Loge der Muppet-Show aussehen würden. So kommen wir uns auch ein bisschen vor. Um unser Image dann ein bisschen aufzupolieren, gaben wir uns dann zur frühen Stunde auch dem ekstatischen geshake hin und rocken bis nach Sonnenaufgang ab. So stellte ich mir eine gute Goa-Party vor. Müde und zufrieden torkeln wir mit der überzeugung Richtung Bett, genau am Richtigen Ort den Weg ins neü Jahrtausend begonnen zu haben.

Den Beginn erlebe ich dann während unzähligen, ausgedehnten Spaziergängen dem Meer entlang. Mit meinem geliebten und schon hundert mal gehörten Jazz-Tapes im Ohr. Ein wahrlich entspannter Start. Aber es zieht uns schon bald alle drei zurück ins richtige Indien. Goa ist nicht Indien. Und Goa ist kein Ort, den man gesehen haben muss. Wenn man aber schon mal dort ist, dann man trotzdem seinen Spass haben. Aber vergesst ein für allemal den Mythos von Goa. Den gibts nicht mehr.

Unser neues Ziel heisst Hampi. Ein Ort, bei dessen Namen schon bestandene Traveller in ehrfürchtiges Schwärmen verfallen. Jedenfalls solls dort ganz magisch züghen. Von Energien ist die Rede und alles soll sehr Shanti (friedlich) sein. Das müssen wir gesehen haben, auch wenn mittlerweile wieder jeder Goa-Traveller davon spricht, dorthin zu gehen. Aber dem Strom der Pancake-Route kann ich ja später immer noch ausweichen.

Mittlerweile bin ich bereits eine Woche in Hampi und es gefällt mir verdammt gut hier. Aber davon erzähle ich das nächste Mal. Ich will Eure shortmessage verwöhnten Augen nicht noch länger mit meinen Ausführungen mardern. Falls ihr mir schreiben wollt, wäre es wieder einmal schön, was über den Postweg zu erfahren. Die aktuelle Adresse sende ich euch gerne per E-Mail.

Gruss
Tom

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      "Toms Reisen" © by Tom Schaich